Die Geschichte der Ev.-Luth. Kirchgemeinde St. Johannis Freiberg ist eng verbunden mit dem Spital St. Johannis und dem alten Freibergsdorf.
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1. Hälfte 12. Jh.
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Besiedlung, nach Silberfunden rasche Entwicklung zur Stadt Freiberg mit mehreren Kirchen (St. Jakobi, St. Nicolai, St. Marien, St. Jacobi)
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1224
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Erwähnung des Hospitals St. Johannis in einer Urkunde von Papst Honorius II.
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13. Jh.
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Die Hospitalgebäude entstehen außerhalb der Mauer der Stadt Freiberg vor dem Peterstor.
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1272
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Erneuerung der baufälligen Hospitalkirche.
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1. Hälfte 16. Jh.
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Aus dem ebenfalls vor dem Peterstor gelegenen Gut Turmhof hat sich die nach den Gutsbesitzern, der Familie Freiberger, benannte Siedlung Freibergsdorf entwickelt (1530 Anlage des Gerichtsbuches).
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1539
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Einführung der Reformation im Herrschaftsbereich Herzog Heinrich von Sachsen.
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1543
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Um die bis dahin ungeklärte geistlichen Betreuung zu regeln, schließen am 05.04.1543 der Freiberger Bürgermeister Alnpeck, Gutsbesitzer Caspar Freiberger und Superintendent Zeuner einen Vertrag. Der Hospitalpfarrer des Hospitals St. Johannis wird zuständiger Pfarrer für Gut und Dorf Freibergsdorf. Dafür übernehmen der Rittergutsbesitzer und die Einwohner Freibergsdorf einen finanziellen Anteil (1/3) der Kosten des Hospitalspfarrers, während die Hospitalstiftung weiterhin für die Kirche zuständig bleibt. Mit dem Vertrag haben Hospitalpfarrer und Johanniskirche erstmals eine eigene Gemeinde!
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1643
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Belagerung Freibergs durch die Schweden im dreißigjährigen Krieg, Zerstörung von Hospitalgebäuden und Hospitalkirche. Pläne, die Ruine der Johanniskirche aufgrund der Nähe zur Stadtbefestigung aus militärischen Gründen ganz zu schleifen, werden zum Glück nicht umgesetzt.
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1644
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Der Gutsbesitzer Schönlebe stellt Räumlichkeiten des Gutes für die Gottesdienste zur Verfügung. Ab 1654 werden die Gottesdienste in der nicht mehr existierenden Kapelle in Fernesiechen (Bereich des heutigen Seniorenheimes Johannishof) gefeiert.
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1661
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Am 28.04.1661 wird die nach längerem Rechtsstreit (1656 Oberkonsistorialentscheidung auf Basis des Vertrages von 1543) wieder aufgebaute Kirche St. Johannis geweiht.
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1719
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Weihe der von Gottfried Silbermann gebauten Orgel.
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1770
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Bildung eines Stiftungsvorstandes für das Hospital mit Vertretern des Rates der Stadt (seit 1255 Stiftungsvorsteher) und Kirche (Aufsichtsrecht des Superintendenten seit 1537).
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2. Hälfte 19. Jh.
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Außerhalb des Mauerringes der Stadt Freiberg entsteht auf Flächen der Hospitalstiftung die zeitweise so genannte Johannisvorstadt. Neben der weiterhin selbstständigen Landgemeinde Freibergsdorf sowie dem Gutsbezirk Freibergsdorf zählt die Johannisgemeinde damit auch einen Teil der Stadt Freiberg zu ihrem Gemeindegebiet.
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1907
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Am 01.01.1907 werden Gemeinde und Gutsbezirk Freibergsdorf in die Stadt Freiberg eingemeindet.
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1920
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Der Rat der Stadt (als Vorsteher der Hospitalstiftung als Eigentümer der Kirche) lehnt es ab, die dringliche Instandsetzung der Kirche zu finanzieren.
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1923
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Nach vergeblichen Bemühungen, mit dem Rat zu einer einvernehmlichen Lösung zu gelangen, klagt die Gemeinde gegen die Stiftung „des Milden Hospitals St. Johannis“ zu Freiberg, vertreten durch den Stadtrat zu Freiberg und die Superintendentur, auf Feststellung der Verpflichtung der Stiftung zur Herstellung der Gebrauchsfähigkeit der Kirche und zur angemessenen Besoldung der an dieser Kirche angestellten Kirchendiener. Der Prozess zieht sich über drei Instanzen bis zum Reichsgericht, leider ohne Erfolg.
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1927
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Am 7.4.1927 Urteilsverkündung beim Reichsgericht. Daraufhin kündigt der Rat der Stadt Pfarrhaus und Kirche zum 31.12.1927 (später um ein Jahr verschoben). Am 20.04.1927 spricht sich die Kirchgemeindevertretung für die Beibehaltung der Selbstständigkeit der Gemeinde aus.
Weitere Geschichte der Johanniskirche: Siehe unten.
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1928
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Der erste Spatenstich zum Bau des Gebäudes war am 08.10.1928,
die feierliche Grundsteinlegung erfolgte am 17.10.1928,
das Richtfest am 28.11.1928.
Auszug aus der Schmidt-Chronik: „Unter günstiger Witterung und mit einem großen Aufgebot von Arbeitern wurde der Bau so gefördert, daß er schon am 28. November 1928 gehoben werden konnte, also nach nur 38 Arbeitstagen.“
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11.08.1929
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Einweihung des Gemeindehauses mit Gemeindesaal am 11.8.1929. Als Übergangslösung bis zum geplanten, aber niemals realisierten Kirchenneubau oder Vergrößerung des Gemeindesaales geplant, ist das Gemeindehaus seitdem Heimstatt der ev.-luth. Kirchgemeinde St. Johannis.
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23.07.1950
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Die Grundsteinlegung für den Glockenturm fand am 23.07.1950 statt.
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01.10.1950
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Da die Glocke der Johanniskirche vor dem Einschmelzen bewahrt blieb, die Kirche sich selbst nicht mehr in kirchlicher Nutzung befand, wurde die Glocke der Gemeinde von der Stadt übereignet. Der in Eigenleistung der Gemeinde errichtete freistehende Glockenturm wurde am 01.10.1950 geweiht.
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1956
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Grundsteinlegung für das Neubaugebiet Wasserberg am 14.4.1956. Durch das in den 50er und 60er Jahren entstandene erste große Neubaugebiet Freibergs wird die Johannisgemeinde zur zwischenzeitlich größten Freiberger Gemeinde.
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2003
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Abschluss der nach 1990 begonnenen grundlegenden Sanierung des Gemeindehauses.
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